Kuba - grün und bunt
Es
ist mal wieder so weit: wir haben schon vor Monaten eine Reise
gebucht. Auf Peters Wunsch geht es nach Kuba. Hier wird sich ja wohl
in absehbarer Zeit einiges ändern und wir wollen uns doch noch mal
das ursprüngliche Kuba – soweit es das noch gibt – ansehen. Wir
haben eine Rundreise geplant, danach einige Tage Badeurlaub auf einer
der Cayos, der schönen Insel Santa Maria. Die Beschreibung eines
Reiseveranstalters lautet wie folgt:
Die
Insel Cayo Santa Maria: Dieses am weitesten im Meer gelegene Cayo an
der Nordküste
Kubas
ist ein urwüchsiges Paradies mit nichts als unberührter Natur,
weiten jungfräulichen Mangroven und vielen einsamen
puderzuckerweissen Sandstränden. Mit 13 km Länge und 11 km Breite
ein Juwel unter den Kubanischen Inseln.
Natur pur mit über hundert Vogelarten im Bioschutzgebiet am Land und
einer bunten Korallen- und Fischbevölkerung unter Wasser.
Einzigartig!
Ja,
darauf kann man sich ja wohl freuen. Aber es kam anders. Im September
häuften sich die Katastrophenmeldungen aus Kuba. Der Hurrikan „Irma“
hatte immense Schäden angerichtet und neben den Küstenregionen, die
unter Wasser standen, hatte es insbesondere die Cayos erwischt.
Das von uns gebuchte Hotel wurde wohl stark zerstört, der Damm, der zu den Cayos führt, ebenfalls. Der Wiederaufbau hatte zwar begonnen, aber die meisten Reiseveranstalter hatten ihre Kubareisen abgesagt. Nicht so unser Veranstalter, er bot uns eine Alternative für den Badeurlaub: Varadero.
Eine Landzunge, viele Hotels, ein wunderschöner Strand, am Ende ein kleiner Hafen, viel Beton und auf alle Fälle anders, als wir es uns gewünscht hatten. Unser Angebot, die Reise um 3 Monate zu verschieben oder zu stornieren, lehnte der Reiseveranstalter ab.
Das von uns gebuchte Hotel wurde wohl stark zerstört, der Damm, der zu den Cayos führt, ebenfalls. Der Wiederaufbau hatte zwar begonnen, aber die meisten Reiseveranstalter hatten ihre Kubareisen abgesagt. Nicht so unser Veranstalter, er bot uns eine Alternative für den Badeurlaub: Varadero.
Eine Landzunge, viele Hotels, ein wunderschöner Strand, am Ende ein kleiner Hafen, viel Beton und auf alle Fälle anders, als wir es uns gewünscht hatten. Unser Angebot, die Reise um 3 Monate zu verschieben oder zu stornieren, lehnte der Reiseveranstalter ab.
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| Blick auf den Hafen |
Nach elf Stunden Flug kamen wir an, fuhren dann per Bus bis ans Ende der Landzunge Varadero, vorbei an einem riesengroßen Hotelkomplex zu einer Apartmentanlage mit Studentenwohnheim-Charme. Hier bezogen wir unsere Zimmer, Blick auf den Hafen.
Egal, wir waren erschöpft von der Reise und da es nur noch eine trocken aussehende Pizza in einer kleinen Bar gab, verzichteten wir aufs Essen und fielen ins Bett.
5. Oktober
Am Morgen erwartet uns ein Fußmarsch ins Hotel, dort wartet ein Frühstück auf uns. Unsere Gruppe ist überschaubar, lediglich 13 Personen. Alles nette Leute, schnell haben wir einen guten Kontakt. Wir steigen in den Bus, unsere Reiseleiterin Lucia hatten wir schon am Vorabend kennengelernt, genau wie unseren Busfahrer, der auf den schönen deutschen Namen Jürgen hört. Jetzt machen wir noch eine Bekanntschaft: Viktoria, die Vertreterin des Reiseveranstalters. Sie klärt uns über den Reiseverlauf auf und gibt bekannt, dass wir während des Badeurlaubs wiederum in dieser Apartmentanlage untergebracht werden. Auf unseren energischen Protest lenkt sie schließlich ein und will versuchen, uns im Hotel unterzubringen. Allerdings kommt sie uns sehr arrogant und unhöflich vor, vielleicht hat sie gedacht, dass wir leichter zu überrumpeln wären.
Es
geht los, wir fahren nach Matanzas.
Das ist eine Provinzhauptstadt im Norden der Hauptinsel Kubas. Die
Entfernung von Matanzas bis zur Hauptstadt Havanna beträgt etwa 95
km. Die Stadt liegt am Rio San Juan und Rio Yumuri. Beiden Flüssen
verdankt die Provinzhauptstadt,
die heute über 120 000 Einwohner hat, ihre vielen
historischen Brücken.
Die Einheimischen nennen Matanzas auch „Die
Stadt der Brücken“
oder das „Athen
Kubas“,
da
in der Mitte des 19. Jahrhunderts hier ein Domizil Intellektueller
und Künstler war. Leider hat die Stadt den Charme früherer Zeit
verloren.
Die Blütezeit Mitte des 19. Jahrhunderts kann der Besucher noch heute an der Bauarchitektur bewundern, die vom kolonialen Reichtum geprägt ist. Leider ist ein Großteil der alten Baukultur verfallen. Nur wenige Gebäude erstrahlen im alten Glanz. Vieles ist unaufhaltsam dem Verfall preisgegeben und verloren. Und nun ist es ja noch schlimmer gekommen, Irma hat noch mehr Zerstörung angerichtet. Das berühmte Teatro Sauto zum Beispiel ist nicht zu besichtigen, da noch Renovierungsarbeiten stattfinden. Lucia führt uns statt dessen in das Museo Farmacéutico. In der ehemaligen Apotheke lassen sich originale Schränke, Gefäße und anderes Werkzeug der Apothekenkunst des 19. Jahrhunderts bestaunen.
Wie so oft in Kuba gibt es auch hier die merkwürdige Regelung, dass man für das Fotografieren extra bezahlen muss.
Die Blütezeit Mitte des 19. Jahrhunderts kann der Besucher noch heute an der Bauarchitektur bewundern, die vom kolonialen Reichtum geprägt ist. Leider ist ein Großteil der alten Baukultur verfallen. Nur wenige Gebäude erstrahlen im alten Glanz. Vieles ist unaufhaltsam dem Verfall preisgegeben und verloren. Und nun ist es ja noch schlimmer gekommen, Irma hat noch mehr Zerstörung angerichtet. Das berühmte Teatro Sauto zum Beispiel ist nicht zu besichtigen, da noch Renovierungsarbeiten stattfinden. Lucia führt uns statt dessen in das Museo Farmacéutico. In der ehemaligen Apotheke lassen sich originale Schränke, Gefäße und anderes Werkzeug der Apothekenkunst des 19. Jahrhunderts bestaunen.
Wie so oft in Kuba gibt es auch hier die merkwürdige Regelung, dass man für das Fotografieren extra bezahlen muss.
Es geht zu den meistbesuchtesten Höhlen von Kuba, den Cuevas de Bellamar. Sie wurden im 19. Jahrhundert entdeckt und sind das bekannteste Höhlensystem von Kuba, mit mehr als zwei Kilometern Ausdehnung. Im Inneren der Höhlen befinden sich eine grosse Zahl von Stalaktiten und Stalagmiten und verschiedene Seen. Mit einem Alter von 30 Millionen Jahren bilden diese drei Kavernen (Bellamar, El Jarrito und Soto Jíbaro), von denen man glaubt, dass sie früher eine grosse Aushöhlung waren. Man steigt etliche Treppen hinunter und bei dieser hohen Luftfeuchtigkeit und den hohen Temperaturen ist das wirklich anstrengend. So ist es nicht verwunderlich, dass die meisten schnell wieder den Rückweg antreten. Wieder draußen belohnt Lucia uns mit einem Drink. Der unvermeidliche Rum muss natürlich Bestandteil sein. Wir sehen uns dann noch einen 3-D-Film über die Höhlen an, der sehr eindrucksvoll ist.
Vorbei am größten Friedhof der Stadt und dem zweitgrößten der Welt, der aufgrund seiner verzierten, marmornen Gräber ein ganz besonderer Ort ist und den ein oder anderen geschichtlichen Helden unter sich begraben hält. Mit dem hier verarbeiteten Marmor könnte man die gesamte Stadt Havanna sehr nobel restaurieren, vermutet Lucia. Schon bald ist klar, Havanna ist eine unglaublich eindrucksvolle Stadt. Für Architekten und Künstler muss das hier das Paradies sein.
Wohl auch an der dramatischen Vergangenheit der Stadt Havanna und der gesamten Insel mag es liegen, dass die Einwohner sich ihr Leben gerne so bunt wie möglich gestalten. Karibisches Flair wohin man auch blickt – einfarbig wäre ja auch langweilig. Ob Wandmalereien, bunte Kleidung oder Häuserfassaden, in Havanna weiß man, wie gute Laune verbreitet wird.
Wir
fahren noch auf den großen Platz der Revolution (Plaza de la
Revolucion)mit dem 120 m hohen Obelisken, der zusammen mit einer
Sitzstatue von José Martís an den Dichter und Freiheitshelden
erinnert. Die monumentalen Regierungsgebäude, die ebenfalls aus der
Zeit der kubanischen Revolution stammen, stehen rund um den Platz. Hier sieht man auch das Innenministerium mit einem Wandbild von Ché Guevara aus Stahl. Am ersten Mai versammeln sich auf dem Platz Millionen von Menschen, die aus dem ganzen Land anreisen, um den Feiertag zu würdigen.
Allerdings muss ich sagen, dass uns die vielen eiscremebunten Oldtimer auf dem Platz viel mehr interessieren. Ob Chevrolet, Cadillac oder einen alten Buick, die Autos auf den Straßen Havannas sind alles andere als langweilig. Jedem Auto-Fan sollte beim Anblick dieser farbenfrohen Karossen das Herz aufgehen und auch jene, die sich nicht in der Welt der amerikanischen Oldtimer auskennen, sollten zumindest genießen, welch wunderbar kunterbuntes Bild die klassischen Autos gemeinsam mit den knalligen Häuserfassaden abgeben! Eine Fahrt mit einem der bunten Cabrios bleibt uns versagt, weil es in Havanna leider regnet.
Wir fahren ins Hotel und erleben eine Überraschung.
Entgegen den Aussagen der Reiseleitung (Viktoria, die Schreckliche), dass uns auf der Rundreise nur sehr einfache Unterkünfte zur Verfügung stehen, ist das hier ein modernes, gut ausgestattetes Hotel. Die Zimmer sind groß und haben sogar Meerblick.
Nach einer kleinen Auszeit machen wir uns zu fünft auf in ein ehemaliges Kulturzentrum, sehr liebevoll und stimmig renoviert. Bei einigen Mojitos, Cuba Libres oder Pina Coladas geht’s ab beim Fest des Buena Vista Social Club. Tolle Musik, jung und alt tanzen mit. Die teilweise steinalten Musiker haben Riesenspaß und unterhalten uns perfekt.
Der liebe Jürgen holt uns ab, bringt uns durch das nächtliche Kuba zurück ins Hotel und wir fallen todmüde ins Bett.
6. Oktober
Am nächsten Morgen nach dem Frühstück sehe ich mir den Strand hinter dem Hotel an und stehe gleich wieder mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen. Dreck, Müll überall, hier wäre ein Urlaub sicher nicht möglich. Außerdem regnet es und es sieht nicht so gut aus für unseren Spaziergang durch die Altstadt Havannas. Die unsägliche Viktoria lässt uns ausrichten, dass wir in der Anschlusswoche nicht ins Apartmenthaus kommen, sondern ins Hotel oder in die vorgelagerten Bungalows. Man kann angeblich noch nicht absehen, wie das Hotel eine Woche später ausgelastet ist. Es geht halt seinen sozialistischen Gang.
Wir
fahren den Malecón entlang, die Strandpromenade mit den vom
Salzwasser zerstörten Häusern.Das traditionsreiche Hotel Nacional steht auf einer Anhöhe an der Küste in Vedado etwa in der Mitte des Malecóns. Mit seiner bewegten Geschichte ist das Hotel Nacional untrennbarer Teil von Havannas Vergangenheit.
Dann beginnt unser Fußmarsch durch Havannas Altstadt. Farbenfroh, lebendig und voller Lebensgefühl: In der Altstadt von Havanna herrscht nie Stillstand; immerzu sind die Straßen mit Menschen gefüllt und sowohl Touristen als auch Einheimische werfen sich mit Vergnügen in das bunte Treiben. Mittlerweile wurde das historische Zentrum zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt.
Wer einmal hier war, der wird auch wissen, warum. Ein buntes Durcheinander aus Touristen, die versuchen, mit ihren Kameras die farbenfrohen Häuser einzufangen, kleine, belebte Cafés.
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| Hinterhof |
Die Häuser, die schon restauriert sind, haben wirklich einen besonderen Charme. Aber es ist auch noch unendlich viel der Bausubstanz in desolatem Zustand.
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| Fassade |
Lucia vertritt die Theorie, dass eine vollständig restaurierte Stadt ihren Zauber verlieren wird. Ja, sie wird Recht haben.
Eine unserer Mitreisenden, Mara, war schon mal vor drei Jahren in Kuba. Sie berichtete von der guten Laune der Kubaner, von Musik und Straßentanz. Das Lebensgefühl voller Leidenschaft und karibischer Energie. Davon ist bei unserem Ausflug nicht viel zu spüren, vielleicht liegt es am Wetter oder der Hurrikan hat doch nachhaltig dafür gesorgt, dass das Leben nicht mehr so leicht ist.
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| Kubanische Schönheiten |
Wir fahren weiter. Abseits der touristischen Altstadt werden die Häuser zunehmend maroder und viele von ihnen sind sogar einsturzgefährdet. Hier wird einem erst mal richtig vor Augen geführt, wie knapp bemessen die finanziellen Mittel in Kuba eigentlich sind. Verfallene Häuser, Ruinen und einsturzgefährdete Bauten sind hier oft leider an der Tagesordnung.
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| Sein Apartment hat ca. 4 qm. |
Dabei sieht man auch den herunter gekommensten Ecken der Stadt auch heute noch an, wie prächtig sie einst gewesen sein müssen. Abseits der Altstadt bekommt man leider eher verfallene Häuser und Ruinen zu Gesicht. Aber auch das ist eben Havanna, und die Mischung aus dem belebten Zentrum und dem Verfall in den Außenbezirken macht die besondere Atmosphäre der Stadt aus.
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| Mitten in der Altstadt fleißige Schulkinder |
Wir machen einen Stopp in einem kleinen Zigarrengeschäft. Die Preise sind schon sehr hoch, aber ich habe den Auftrag, Zigarren mitzubringen, und zwar von der besten Sorte. Ich lasse mich entsprechend beraten und kaufe dann 5 Zigarren für 50 Euro. Bin sehr gespannt, ob der Zigarrenraucher auch zu würdigen weiß, was er da weg pafft.
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| El Florentina |
Wo wir schon einmal bei Genussmitteln sind, Havanna ist ebenfalls bekannt für seine zahlreichen Drinks und alkoholhaltigen Getränke. Nicht umsonst fanden Hemingway und viele andere Künstler hier eine unerklärliche Welle der Inspiration und gaben sich hemmungslos ihren Tagträumen hin. Die Bar El Florentina, in der Hemingway diesen Genüssen zugesprochen hat, ist allerdings mittlerweile zu einer beliebten Touristenattraktion geworden.
In einem kleinen Wohngebiet, ziemlich runtergekommen, sehen wir verschimmelte und ungepflegte Häuser, unfassbar, dass hier noch jemand wohnt. Dann aber halten wir an einem hübschen kleinen Häuschen und bekommen hier unser Mittagessen. Ein Beispiel gelungener Privatinitiative.
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| Che ist überall |
Zwischenstopp auf einer Tankstelle. Der Toilettengang, na ja, die Beschreibung erfordert einen eigenen Blog. Unterirdisch.
Weiterfahrt. Draußen immer noch grün, grün, grün. Es wird etwas kühler, nicht mehr diese feuchte Hitze. Wir fahren durch die Region, in der der Tabak angebaut wird. Lucia erklärt uns die unendlich vielen und aufwendigen Schritte zur Zigarrenherstellung. Kein Wunder, dass die Dinger so teuer sind.
Wir kommen in unserem Hotel an, ein kleines Landhotel, aber charmant. Einfache Zimmer, ok. Die Nacht war unruhig, prasselnder Regen, die Katzen schrien jämmerlich.
7. Oktober
Das Frühstück war wie das Abendessen: sehr einfach. Wir machen uns auf den Weg nach Vinales. Natur pur. Die Fahrt entlang von Seen und tropischen Wäldern kann man genießen. Das letzte Stück fährt man durch sanfte Hügel. Bald sehen wir die ‚Mojotes‘, die stumpfen Berge, die für diese Region typisch sind. Entstanden sind sie durch die Erosion der Karstberge. Wir halten an einem Aussichtspunkt und bestaunen die Landschaft, die verblüffend an Jurassic Park erinnert.
Ein riesiges Tal tut sich vor uns auf, man erwartet jederzeit, dass ein Saurier aus dem Grün auftaucht.
Ein Bauer zeigt uns seinen Zebu-Bullen und versucht, jemanden zum Reiten zu verführen.
Dann
besuchen wir eine Tabakfarm und bekommen einmal mehr einen Eindruck
von der aufwendigen Verarbeitung des Tabaks. Lucia erklärt uns,
dass 90% der Tabakernte an den Staat abgegeben werden muss und 20%
der Ernte als Selbstbehalt für den Plantagenbesitzer bestimmt ist.
Ja, so rechnet es sich gut. Der Plantagenbesitzer begrüßt uns
herzlich und serviert uns noch einen kühlen Drink. Wir kaufen ihm
noch einige Zigarren ab und weiter geht’s zu den Wandmalereien. ![]() |
| Plantagen-Idyll |
Im
Valle de las Dos Hermanas ca. 2 km westlich von Vinales schuf
Leovigildo González Morillo eine rund 180 m lange Wandmalerei. Der
Kubaner malte zwischen 1959 und 1966 auf die Felswand des Mogote Dos
Hermanas die Evolutionsgeschichte, von der Schnecke über den
Dinosaurier bis zum Homo sapiens. Über ein Megafon dirigierte der
Künstler die mit ihm arbeitenden Bauern aus der Umgebung, die an
Seilen von der Felswand baumelten und die riesigen Farbflächen
ausmalten. Eine kleine Bar serviert uns Pina Colada. Die Beste in ganz Kuba, wie Lucia versichert. Den Rum kann man sich selbst nehmen, so viel man möchte.
Die Fahrt geht zurück Richtung Havanna. Unterwegs ein kleines Mittagessen auch bei einer privaten Familie. Sehr lecker, Suppe und Fisch oder Hähnchen.
Es regnet und regnet. Nun müssen wir noch ca. 3,5 Stunden durch den Nationalpark Montmar, einem Sumpfgebiet, in dem auch die Kubakrokodile leben, in Richtung Schweinebucht fahren.
Lucia wird nicht müde, uns alles zu erklären, was wir wissen möchten und so wird die Fahrt nicht ganz so langweilig. Wir landen in der Schweinebucht, in einem kleinen Ort namens Playa Larga.
Wir sind kaum angekommen, da werfen wir uns in unsere Badeanzüge und gehen zum Strand. Das Wasser ist leider dunkelbraun, es wird irgend etwas eingeleitet. Also Pool. Sehr erfrischend nach der langen Tour. Lediglich die Mücken sind ein Problem, sie versuchen uns aufzufressen. Der Bungalow, den man uns andient, ist unter aller Kanone, alles marode und schmuddelig. Kein Wasser, weil man einfach vergessen hat, die Pumpe anzustellen. Abendessen wie immer: Hähnchen oder Fisch.
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| Die Hühner machen sich über den zu trocknenden Reis her |
Nach dem Frühstück geht es in Richtung Cienfuegos. Auf dieser Straße kommt es zweimal im Jahr zum Naturphänomen der Krabbenwanderung. Die Rote Landkrabbe, die im Gras- und Buschland lebt, begibt sich auf Wanderschaft zur Karibischen See und muss dabei diese Straße überqueren. Gut für sie, dass der Verkehr noch nicht so groß ist. Es ist eine wunderschöne Strecke, die wir fahren, tolles Wetter, Pferdegespanne, Reis liegt zum Trocknen auf der Straße, Südstaatenflair.
Dann kommen wir in die wunderschöne kleine Stadt Cienfuegos.
Wir steuern direkt den Parque Marti an, einen Platz mit Grün und Musikpavillion, der ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt ist.
Gut erhaltene Kolonialgebäude, sauber, ordentlich. Der schönste Ort Kubas, wenn man es etwas europäischer mag. Kein Wunder, der historische Ortskern wurde 2005 zum Weltkulturerbe erklärt.
Rund um den Park gibt es viele schöne Kolonialvillen, die daran erinnern, dass Cienfuegos einmal von Zuckermillionären beherrscht wurde. Sehr schön ist ein Palacio im Art-Nouveau-Stil an der südwestlichen Seite des Platzes. Er hat einen steinernen Pavillion am flachen Dach aufgesetzt und einen von zarten Säulen getragenen Turm mit blauer Kuppel.
Das Teatro Terry gleich nebenan muss man ohnehin unbedingt besichtigen.
Eingeweiht wurde das Theater 1895 mit einer großartigen Aufführung von Verdis Oper Aida. Unter den zahlreichen Künstlern, die hier an Aufführungen teilnahmen, waren auch so namhafte Größen wie Enrico Caruso und Sarah Bernhardt.
Das Innere des Theaters versetzt einen in eine andere Zeit. Rote Teppiche, tropische Edelhölzer, halbnackte Grazien an der Decke - die Atmosphäre erinnert an ein altes Karussel. Das Theater ist jetzt noch in Betrieb und hat ein eigenes Ensemble.
Dann
gibt es da noch den Palacio del Valle, in dem nach den Plänen des
italienischen Architekten Alfredo Colli Fanconetti ausschließlich
mit importierten Materialien gebauten zweistöckigen Gebäude mischen
sich romanische, gotische, barocke, neoklassische und maurische
Elemente. Der zwischen 1913 und 1917 im Auftrag des Zuckerbarons
Acisclo del Valle Blanco errichtete Palacio liegt in Cienfuegos am
Eingang der Halbinsel Punta Gorda. Wirklich wunderschön, Blick aufs
Wasser. Ein Highlight.Wir machen uns auf in Richtung Trinidad. Das historische Städtchen ist älter als 500 Jahre und gilt als schönste Stadt Kubas. Trinidad ist eine Mischung aus pittoresken Bauten und entspannten Menschen.
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| Zwischendurch ein kleiner Drink . . . |
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| . . . immer mit Musik |
Nicht versäumen sollte man einen Blick auf den Plaza Mayor, den zentralen Platz Trinidads, mit den Herrenhäusern der einstigen Zuckerbarone der Stadt. Keine 100 Meter entfernt steht der Glockenturm des Convento San Francisco de Asis. Auf den berühmten Spanischen Treppen der Stadt wird getanzt, wenn es dunkel ist. Die Treppen sind der Treffpunkt der Stadt schlechthin, und Musik gibt es hier jeden Tag.
Wir machen einen ausgedehnten Spaziergang und lassen uns von Lucia über alles informieren, was es zu wissen gibt. Ein schönes Mittagessen in einem netten Restaurant. Hier gibt es eine Dachterrasse, von der aus man einen schönen Blick über die Stadt hat.
Wir fahren auf der Straße Richtung Sancti Spiritus ins Valle de los Ingenios. Hier kommen wir durch das Tal, welches einst den wenigen Zuckerbaronen unermesslichen Reichtum und einem Heer von Sklaven ebenso großes Elend bescherte.
Bis auf die Felder ist von dieser Zeit nicht mehr viel übrig. Die meisten Herrenhäuser, Sklavenunterkünfte und Zuckermühlen wurden während der Unabhängigkeitskriege zerstört. Unser nächstes Ziel ist das Casa Iznaga mit seinem Turm, in dem kleinen Ort Manaca Iznaga. Schon von Weitem sticht der 43,4 Meter hohe Turm aus der Landschaft heraus.
Die Anwohner versuchen, einen Zuerwerb zu erzielen und bieten an der hübsch angelegten Straße zum Turm von Iznaga Kunsthandwerk und bestickte Tischdecken an. Die Glocken im Turm riefen früher die Sklaven zur Arbeit und die Flucht von der Plantage war durch den weiten Blick vom Turm so gut wie ausgeschlossen. Den Aufstieg auf den Turm sparen wir uns, es ist viel zu heiß.
Wir
kommen an in Sancti Spiritus. Das ist die älteste Binnenstadt in
Kuba und wurde 1514 gegründet. Ein ruhiger, entspannter Ort mit
bezaubernder kolonialer Architektur - pastellfarbene Gebäude, die
auf schmale gepflasterte Straßen blicken. Unser Hotel mitten drin. Das hübscheste Hotel, in dem wir auf Kuba gewohnt haben. Sehr stimmig, so stellt man sich Kuba vor.Rijo-Plaza, sehr hübsch, mit Zimmern, die nur zu einem Innenhof geöffnet sind, Fenster gibt es nicht. Wir bekommen ein gutes Abendessen und genießen das karibische Flair dieses hübschen Ortes.
Montag, 9. Oktober
Weiterfahrt nach Santa Clara. Dort angekommen, sehen wir eine Veranstaltung der jungen Pioniere. Die Kinder bekommen ihr erstes Halstuch und das wird gebührend gefeiert.
Die Kinder singen und die Erwachsenen halten Reden. Irmgard, Mitglied unserer Reisegruppe, stolpert leider über die Kabel, die am Boden unordentlich zusammen gedreht waren und schon ist das Mikrophon stumm.
Wir ernten vorwurfsvolle Blicke, aber der Schaden ist schnell repariert. Wir wollen hoffen, dass uns das Ereignis nicht als Angriff des Kapitalismus auf das kommunistische Land ausgelegt wird. Aber die Kinder preisen weiterhin ihr Land und die Verdienste von Che Guevara und so fahren wir beruhigt weiter und besichtigen eine Zigarrenfabrik.
Die gesamte Produktion in der Fabrik lässt sich leicht überblicken – vom Eingang der Rohstoffe bis zum Ausgang des fertigen Produkts, alle Schritte finden in einer großen Halle statt. In einem kühlen dunklen Raum hängen die Tabakblätter in Bündeln zum Trocknen. Als nächstes werden sie sortiert, die Mittelrippe wird entfernt, dann werden die Tabakblätter gepresst. Schließlich können sie zu Zigarren verarbeitet werden. Wir können den Arbeiterinnen aus nächster Nähe auf die Finger schauen. Mit viel Leidenschaft wird hier Zigarre um Zigarre gedreht. Zwischen 60 und 180 Stück schafft eine geübten Torcedora am Tag – abhängig von der Größe und der Qualität der Zigarre. Wie gesagt, eine gute kubanische Zigarre braucht etwa 100 Arbeitsgänge. Dann versteht man auch, daß die Preise so hoch sind. Für eine Cohiba mittlerer Qualität zahlt man in Europa schon 30 Euro.
Wir machen einen kurzen Abstecher zum Platz von Che Guevara, dann geht es weiter in Richtung Mantanzas. Wir machen eine schöne kleine Eisenbahnfahrt mit einer historischen Lok.
Man informiert uns über den Gartenbau, zeigt uns, was hier angepflanzt wird und haben eine nette Zeit mit musizierenden Arbeitern, die eine tolle Stimmung machen und uns motivieren, mit ihnen Musik zu machen.
Inzwischen sind die von mir mitgenommenen Duschgele, Bodylotions und die vielen Kugelschreiber alle verteilt, überall wurde man gefragt, ob man so etwas hätte und natürlich verteilen wir es gern.
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| Irmas Schäden |
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| Wer das wohl ist? |
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| Morgendliches Tanztraining |
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| Eine kleine Tour |
Sehr schön, traumhaft, wie man sich karibische Strände vorstellt. Das abendliche Buffet bietet eine zufriedenstellende Auswahl und mit einem Gläschen in der Hand sehen wir uns noch eine Abendveranstaltung an.
Dienstag, 10. Oktober bis Dienstag, 17. Oktober
Hier erspare ich mir Einzelheiten, das Wetter ist bis auf einige Regenschauer gut, der Pool ist sehr schön, hat allerdings keine Sonnenschirme. Der Strand ist toll, hat allerdings auch viel zu wenig Sonnenschirme (Irma-Opfer). Wir gehen baden, lassen uns braun bruzzeln und genießen das Nichtstun. Einmal fahren wir nach Varadero, ein wenig shoppen, aber eigentlich ist es viel zu heiß.
Eine Besonderheit ist noch die Beatles-Bar auf dem Weg in den Ort Varadero. Nett gemacht, alles auf die Beatles ausgerichtet. Das müssen wir natürlich sehen. Ein kühler Drink schmeckt in der Kulisse natürlich besonders gut.
Zum Ende unseres Urlaubs wurden immer mehr Touristen in das Hotel gebracht, so dass es doch schon ungemütlich war, wenn man Schlange stehen musste, um ein Frühstück zu bekommen. Aber das ist wohl in der Hauptsaison so. Ansonsten sind nette Menschen um uns herum, die immer bemüht waren, uns alles recht zu machen.
Mittwoch, 18. Oktober
Na ja, Ausnahmen gibt es immer. Unsere Viktoria reagierte sehr ungehalten, als wir sie am Abreisetag anriefen, weil unser Bus schon mehr als eine Stunde Verspätung hatte. Weil wir unseren Flug noch erreichen wollten, sagten wir ihr, dass wir jetzt ein Taxi bestellen würden. Sie meinte, dass der Bus jeden Moment kommen werde und legte dann einfach auf. Der Bus kam dann auch, allerdings zeitlich so knapp, dass der Fahrer eine Höllenfahrt mit uns machen musste und jede Geschwindigkeitsbegrenzung ignorierte. Egal, man machte den Schalter nochmal für uns auf und wir konnten einsteigen und uns von dem grünen und bunten und schönen und armen Land verabschieden.
Bleibt zu überlegen, wie es in einigen Jahren hier sein wird. Zu gönnen sei dem Land das nötige Geld, damit diese wunderschönen Gebäude erhalten werden können. Auch kann es nicht sein, dass die Schere zwischen arm und reich durch die Tourismusindustrie immer weiter auseinander geht. Eine Gesellschaft muss letztlich für sich entscheiden, welche Werte wichtig sind und wie man damit umgeht. Wünschen wir Kuba nur das Beste!
Hier noch ein paar Fotos, die ich euch nicht vorenthalten möchte:



























































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